Happy an der Nordsee: Bestzeit beim Cuxhaven Marathon

Schon vor einem Jahr, direkt nach meiner ersten Teilnahme, hatte ich mich wieder für den Cuxhaven Marathon angemeldet – nicht ahnend, dass dies dann mein letzter richtig langer Lauf vor einem Etappenrennen in der Wüste sein würde.

Auf den Tag genau drei Wochen vor der ersten Etappe des 4Deserts Sahara Race in Namibia bin ich also an der deutschen Nordseeküste einen Marathon gelaufen. Ohne den zuletzt 8,5 Kilogramm schweren Rucksack für die Wüste, den ich im Training und auch in einigen Wettkämpfen zuletzt meist getragen habe. Ohne Intervalle im Training, dafür aber einer Menge langen und langsamen Läufen in den Beinen. Zuletzt genau eine Woche vorher, 57 Kilometer beim 6-Stundenlauf in Ottobrunn. Tapering geht anders…

Also wollte ich vor allem ein feines Wochenende mit meiner Familie in Cuxhaven haben, einen letzten langen Lauf und – mal schauen, was geht. Am Vortrag noch einen kleinen Morgenlauf mit Wüstenfeeling im Sand gemacht, dann lange Spaziergänge mit der Familie. Fisch- statt Pastaparty.

Am Wettkampftag war Traumwetter. Keine Wolke am Himmel, warme Temperaturen und kaum Wind. Perfekt! Mein Onkel spielte wie im Vorjahr unseren Coach, brachte uns zum Start, versorgte uns nach dem Lauf – perfekt! Der Rest der Familie stand an der Strecke und feuerte uns an. Ich lief den ganzen, Pascal den halben Marathon, vier bzw. zwei Runden durch die Stadt und dann eine wunderbare lang gezogene Schleife am Meer entlang.

Ich lief los, es fühlte sich gut an. Laune prächtig, durch die Sonne am Meer entlang laufen, was will das Läuferherz mehr? Wir Marathonläufer sind gemeinsam mit den 30-Kilometer-Läufern gestartet, später kamen dann noch Halbmarathon-, 10- und 5-Kilometerläufer auf die Strecke. Im Laufe der ersten Runde habe ich gemerkt, dass da mit etwas Anstrengung wie im Vorjahr eventuell ein Podestplatz herausspringen kann, kaum Marathonläuferinnen waren vor mir, einige habe ich bald überholt.

Das weckt natürlich Ehrgeiz, außerdem lief es einfach. Ob ich das Tempo würde halten können? Oder ob es in der dritten oder vierten Runde einen heftigen Einbruch geben würde, schließlich war ich eine 5:15er Pace im Training nie lange gelaufen. Wie gesagt, lange und langsame Läufe, keine Intervalle, bestimmen mein Training seit Wochen.

Aber es lief und lief. Klar wurde es schwerer, 42,195 Kilometer sind irgendwann hart. Aber der Einbruch kam nicht, zwischendurch war ich an den Verpflegungsstationen langsamer unterwegs, auch haben mich an der Strandpromenade leider immer wieder ziemlich starrsinnige Touristen ausgebremst, die sich nicht dazu bewegen ließen, uns Läufern Platz zu machen (da sollte der Veranstalter vielleicht drüber nachdenken, an den besonders beliebten Stellen der Strecke mehr Ordner einzusetzen) – aber im Großen und Ganzen habe ich mein Tempo halten können, immer wieder beflügelt durch die Anfeuerungsrufe meiner Eltern, von Onkel und Tante und meinem Patenkind.

Am Ende bin ich superhappy ins Ziel gelaufen. 3:42:06 Stunden bedeuteten nicht nur den dritten Gesamtplatz bei den Frauen, sondern auch meine neue Marathon-Bestzeit. Und das mitten aus dem Wüstentraining heraus. Zeigt sehr schön die Bedeutung der langen und langsamen Läufe,wenn man schneller werden will.

Für einen wunderbaren Abend-Spaziergang inklusive Sonnenuntergang auf dem Wattenmeer reichte die Kraft am Ende auch noch.

Und am Tag danach hatte ich keine müden Beine. Ich hoffe, dass das alles dafür spricht, dass ich vernünftig und gut trainiert habe und fit bin für mein großes Wüsten-Abenteuer, das so bald beginnt.

Und der Cuxhaven Marathon, der in diesem Jahr übrigens mit fast 1500 Startern auf allen Distanzen einen neuen Teilnehmerrekord feiern konnte, wird wohl auch im nächsten Jahr wieder auf meiner Liste stehen. Und Pascal, der sich spontan am Vortag gegen die 10 Kilometer und für den Halbmarathon entschieden hat und den unter 2 Stunden finishen konnte, ist bestimmt auch wieder dabei.

4 Gedanken zu „Happy an der Nordsee: Bestzeit beim Cuxhaven Marathon“

  1. Herzlichen Glückwunsch! Toller Bericht. Du bist zu 100% richtig vorbereitet, für dein Wüstenabenteuer. Drücke dir ganz fest die Daumen, dass es dort auch so super läuft.

  2. Spitzenleistung, Andrea, herzlichen Glückwunsch ! Nach der super Vorbereitung wird die Wüste bestimmt ein sagenhaftes Erlebnis.

  3. Hut ab vor deiner top Leistung. Es dürfte auch ein guter Tag für dich gewesen sein. Ich habe auch öfters Tage, wo ich denke ich hab mich gut vorbereitet. Bringe es aber manchmal nicht auf den Punkt. Ich denke, dass das Wetter bei jedem eine große Rolle spielt. Ich mag es nicht zu heiß. Also da muss bei mir viel zusammenstimmen.
    Ich wünsche dir viel Glück bei deinem Wüstenlauf.

  4. Dein Bericht ist echt spannend geschrieben 🙂
    Und deine 3:42:06 Leistung ist echt bemerkenswert. Auch von mir herzlichen Glückwunsch zum 3. Platz 🙂

    Vielleicht wirds ja im nächsten Jahr der 2. oder sogar 1. Platz werden 😉

    Das 1500 leute an den Start gegangen sind ist natürlich auch ein tolles Zeichen für den Laufsport, was uns wahrscheinlich alle sehr freut!

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