Der Trail auf dem Heiligen Berg oder: von der Bedeutung der Regeneration

Nachdem in den letzten beiden Jahren mehrere Freundinnen und Freunde vom Andechs Trail geschwärmt hatten, habe ich es diesmal auch endlich geschafft. Vorletztes Jahr überschnitt sich der Lauf mit dem Bonn Marathon, letztes Jahr mit dem in Hamburg. Diesmal also war ich dabei.

Der Andechs Trail ist, um das gleich vorwegzunehmen, eine sehr nette Veranstaltung: Zwei kurze Distanzen – 15 und 8 Kilometer mit knapp 300 bzw. 100 Höhenmetern – ermöglichen es auch denjenigen, einen Trail-Wettkampf zu bestreiten, die sich nicht gleich eine der sonst häufig angebotenen langen bzw. Ultra-Distanzen zutrauen. Die Strecke ist zudem zwar mit Wurzeltrails und einigen Up- und Downhill-Passagen durchaus profiliert, aber nicht allzu schwer.

Es ist eine kleine Veranstaltung, man trifft sehr viele Bekannte – was fast dazu geführt hätte, dass ich quasselnd den Start verpasst hätte. Wir standen in einer netten Gruppe, haben uns unterhalten, plötzlich liefen um uns herum alle los. Also hinterher! Neben einigen Abschnitten über breite Wege führen große Teile der Strecke über schöne Trails im Wald. Der Schluss hat es noch einmal in sich: Erst geht es eine ganze Wille Downhill, das tut gut, es fühlt sich an wie fliegen – nur ist das Ziel eben auf dem heiligen Berg, es geht also alles wieder rauf und die Treppen zum Kloster Andechs hinauf verhindern einen Schlusssprint sehr eindrucksvoll…

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In schöner Kulisse im Ziel gibt es selbst gebackenen Kuchen und Freibier. Ja genau, nicht etwa alkoholfreies Bier, in Andechs lassen sie es krachen, wir bekommen richtiges Bier. Die Atmosphäre ist auch hier extrem nett, zumal wir das Glück haben, dass wir in relativ warmen Sonnenwetter herumstehen können. Bei der Siegerehrung im Bräustüberl Kloster Andechs riecht es nach einer Mischung aus Schweiß und Schweinebraten, doch das tut der entspannten Stimmung keinen Abbruch. Neben – natürlich – Bier gibt es für die Sieger Sachpreise der verschiedenen Sponsoren, u.a. von Scott. Recht großzügig für eine gar nicht so große Veranstaltung, die insgesamt also rundum gelungen ist.

2014_header (Foto: Sabine Münch)

Meine ganz persönliche Bilanz allerdings ist durchwachsen. Mir tat in der zweiten Hälfte des Laufs mehr oder weniger alles weh, der Knöchel, der Oberschenkel, eine dicke Blase unter dem Zeh… Das lag natürlich alles kaum an der nun nicht gerade extremen Distanz, die ich da gestern zu bestreiten hatte. Ich glaube, ich war einfach müde. Viel um die Ohren bei der Arbeit, viele Dienstreisen und dann zuletzt auch viel gelaufen, allein zwei Marathons in den letzten vier Wochen. Es ist mir schwer gefallen, aber einen für den Folgetag geplanten langen und hohen Berglauf im Allgäu habe ich abgesagt. Meine Beine bekommen heute Ruhe bzw. dürfen gleich eine Runde schwimmen und dann in die Sauna – die Höhenmeter in Vorbereitung auf den Supertrail XL an der Zugspitze müssen an anderen Tagen trainiert werden, heute ist Regeneration. Jawohl, Regeneration!

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