Doppelt gewonnen im Wilden Wald

Erst einen Startplatz gewonnen, dann den Wettkampf auch noch – wow, das ist eine gute Bilanz an einem verregneten und kalten Sonntag. Zumal ich da eigentlich überhaupt nicht hin wollte. Es geht um das Wild Forest Trailrace am Gut Matheshof. Letztes Jahr zum ersten Mal durchgeführt, damals allerdings initiiert vom Trail-Magazin und mit Trailschnittchen Julia Böttger als Streckenchefin, fand das Event dieses Jahr ohne den Glanz des Magazins, jedoch im gleichen Format und wiederum durchgeführt von Sog-Events statt: Nach einem Nightsprint am Freitag Abend gab es am Samstag verschiedene Teamwertungen (über 30 bzw. bis zu 45 Kilometer) und am Sonntag ein 12-Kilometer-Einzelrennen.

Da ich letztes Jahr bereits alle drei Rennen absolviert hatte und die Anreise nach Rieden zumindest mit öffentlichen Verkehrsmitteln einigermaßen kompliziert ist, hatte ich dieses Jahr also nicht geplant, hier zu starten. Dann konnte ich es vor einiger Zeit aber nicht lassen, an einem Gewinnspiel auf Facebook teilzunehmen. Und siehe da: Am Sonntag „Like“ gedrückt, am Montag den Startplatz in der Tasche.

Zum Glück hat sich mein Teampartner Andreas Ambach, mit dem ich dieses Jahr beim Trans Alpine Run als TRAILteam ERDINGER alkoholfrei an den Start gehen werde, schnell überreden lassen, mich dann heute am Nürnberger Bahnhof eingesammelt, und wir sind zusammen hin.

Bei der Ankunft in der Festhalle Rieden waren wir dann doch etwas enttäuscht, die Menschenmenge war recht überschaubar, im Gegensatz zum letzten Jahr waren auch keine Stände von Sponsoren oder anderen Anbietern von Sportartikeln anzufinden. Kalt und nass war es auch, nach dem wunderschönen Frühlingswetter zuletzt war ja ausgerechnet in der letzten Nacht der angedrohte Kälteeinbruch gekommen.

Wie dem auch sei, pünktlich um 10 Uhr ging das Rennen los, Andi stürmte vorne los, ich war aber auch weit vorn und dachte mir, ok, schau doch mal, was geht, vielleicht schaffst Du es ja aufs Treppchen. Ich war die erste Frau am Start und bin tatsächlich auch als erste Frau ins Ziel gekommen. Dazwischen lagen 12 Kilometer auf zumeist engen Trails, es ging rauf und runter und war recht matschig und damit auch rutschig, da es die ganze Nacht geregnet hatte. Aber wir Trailläufer mögen es ja, uns schmutzig zu machen, also war alles gut 🙂

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Es war anstrengend, weil ich irgendwann gemerkt habe, dass mich immer noch keine Frau überholt hat und ich das nun gern auch dabei belassen wollte. Am Ende hat es geklappt, und ich bin sehr happy darüber. Andi hat seine Altersklasse auch gewonnen, so dass wir am Ende ein wirklich erfolgreiches erstes gemeinsames Rennen in unserem TAR-Jahr verbuchen konnten. Eigentlich also sogar dreifach gewonnen…

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Ich weiß nicht, wie es am Freitag und Samstag gelaufen ist und wie da die Stimmung war. Beim Abschlussrennen waren nur 61 Läuferinnen und Läufer am Start, auch in der Halle beim Zieleinlauf waren kaum Zuschauer. Das Event fiel damit hinter das letzte Jahr zurück, vielleicht erfährt es ja zukünftig wieder mehr Zuspruch. Für viele Trailläufer in Deutschland ist eine solche Strecke – hügelig und matschig auf engen Pfaden durch den Wald – ja die Realität, die traumhaften alpinen Strecken mit den immensen Höhenmetern sind da eher die Ausnahme, die wir uns in manchen Wettkämpfen gönnen. Es ist durchaus zu begrüßen, einen dieser „normaleren“ Trail-Wettkämpfe mehr im Programm zu haben.

Ich bin jedenfalls erstmal froh, neben dem Startplatz dann auch noch das Rennen gewonnen zu haben und freue mich jetzt umso mehr auf nächsten Sonntag, wenn mit dem Marathon Deutsche Weinstraße der erste Marathon in diesem Jahr ansteht.

In diesem Sinne: Keep on Running!

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