Fast im Regen versunken: der wunderbare Ganghofertrail in Leutasch

Zuerst drohte alles in sintflutartigen Regengüssen zu versinken. Zu dritt waren wir am vergangenen Sonntag nach Leutasch aufgebrochen, um beim Ganghofertrail zu starten. Für mich stand der Halbmarathon auf dem Programm, für Sonja und Andi die 8 Kilometer laufend bzw. walkend. Beim Einchecken in unser wunderbares Biohotel Leutascherhof, eines der offiziellen Partner des Ganghofertrails, zog der Himmel massiv zu. Beim Carboloading im kleinen Kreis – Palatschinken und Marillenknödel… – begann es zu regnen. Den Weg zur Startnummernausgabe haben wir entgegen aller Pläne mit dem Auto zurückgelegt, da es geschüttet hat.

In Regenjacken sind wir dann später zum Start gestiefelt, schweren Herzens entschloss ich mich, sogar in der Jacke zu laufen angesichts der Wolkenbrüche. Ca. drei Minuten vor dem Start hat es aufgehört zu regnen – ich sage es ja wieder und wieder, der Wettergott MUSS ein Läufer sein. Ich hätte es wissen müssen, nun hatte ich die Jacke am Hals bzw. um die Hüfte.

Gemacht hat das aber nichts. Ich wollte den Lauf ohnehin eher ruhig angehen, nachdem ich zuletzt mehrfach bei kurzen Rennen zu schnell losgerannt war und dann dafür büßen musste. In Berlin beim Women´s Run hat mich das ärgerlicherweise kürzlich den dritten Gesamtrang gekostet, weil ich dann doch noch überholt wurde. Das sollte mir nicht wieder passieren, diesmal wollte ich diejenige sein, die am Ende noch die Kraft zum Überholen hat.

Durch wunderschönes Gelände in der Leutasch, oft flach, manchmal etwas rauf und runter, geht der Halbmarathon, es macht riesigen Spaß, die Strecke zu laufen. Und relativ leicht gefallen ist es mir, dieses Mal habe ich mir die Kräfte gut eingeteilt und konnte in der zweiten Hälfte noch einige Läuferinnen und Läufer überholen. Und der Sprecher fand bei meinem Zieleinlauf erwähnenswert, dass ich mit so einem strahlenden Lachen ins Ziel komme. Alles richtig gemacht also?

Fast alles. Leider habe ich nicht mitbekommen, dass ich auf den dritten Rang meiner Altersklasse gelaufen bin – statt Siegerehrung war ich in der Sauna, Regeneration statt Trophäe, 4-Gang-Menü im Hotel statt Pastaparty. Das muss ich noch verbessern….

Mein Fazit: Der Ganghofertrail ist ein eher kleines und überschaubares, sehr liebevoll organisiertes Rennen. Es macht einfach Spaß, hier am Start zu sein. Nächstes Jahr komme ich bestimmt wieder. Zumal die Umgebung einfach ein Traum ist. Am nächsten Tag wollte ich noch Höhenmeter sammeln und bin von Moos auf den Ostgipfel der Hohen Munde gelaufen/gegangen/gekraxelt. Super war es, was für eine Landschaft. was für Ausblicke!

Leutasch2014 016

Leutasch2014 019

Leutasch2014 023

 

 

Und wie fand nun der Rest der Münchener Ausflugsgruppe den Ganghofertrail???

 

Darüber schreibt, wie schon so oft an dieser Stelle, meine liebe Freundin und Kollegin

Sonja in ihrem Gastblog:

Der 8 km Trailrun

Jedes Mal das Gleiche: ich melde mich zu einem weiteren Lauf an (Andrea meinte auch dieses Mal: „Sonja, guck mal, das wäre doch was für Dich – nur 8 km!“) und denke mir: Naja, bis dahin hast Du ja noch Zeit zu trainieren. Also zumindest einmal vorher 8 km laufen muss ja möglich sein.

Klappte aber schon beim Schlierseelauf mit 7,5 km nicht.

Also testete ich in Leutasch vor Ort, ob weitere 500 m möglich sind, außerdem ein paar Höhenmeter mehr als sonst. Als es allerdings ein paar Stunden vor dem Start anfing in Strömen zu regnen, kamen mir ganz andere Überlegungen in den Sinn: Ich tauche direkt in die Wellnesswelt unseres Hotels ab und lasse das Laufen vorab weg. Wozu laufen, wenn es aus Eimern gießt?!

Verwunderte Blicke von Andrea – na schön, dann laufe ich eben doch und die Sauna muss warten.

Kaum waren wir gestartet (Andrea den 21 km-Trail, mein Mann die 8 km Nordic Walking und ich den 8 km-Trail), hörte es auf zu regnen und die Regenjacken wurden wieder ausgezogen. Trotz der wunderschönen, abwechslungsreichen 8 km-Laufstrecke erstaunlich wenig Läufer. Da saß wohl so manch einer in der Hotel-Sauna… Die Stimmung war vor allem unter den Nordic Walkern sehr entspannt und man kam schnell ins Gespräch. Mit den Läufern hätte ich mich auch nicht unterhalten können, die waren alle gleich weg, weit weg. Selbst einige Nordic Walker waren deutlich schneller als ich. Ja, sie würden gerade alle für den Karwendelmarsch trainieren, ca. 2.000 Höhenmeter und 50 km. Aha.

Nach 2 km war ich komplett alleine, keiner vor mir, keiner hinter mir. Die Natur und ich. Wenn die Wege nicht so deutlich gekennzeichnet gewesen wären, ich hätte mich glatt verlaufen. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, fing ich an ein paar Laufübungen zu machen. Mal Anfersen, mal die Knie beim Laufen höher nehmen und solche Sachen eben. Ich stellte fest, dass man bergab wunderbar auf seinen Laufstil achten kann (weil dann nicht anstrengend) und bergauf… Herrje, das war leider doch mehr Steigung als der Olympiaberg in München – ja, da war nix mehr mit auf den Laufstil achten und so, ich bin dann einfach nur gegangen. Noch nicht einmal schnell. Keuchend eher. Von 70jährigen Nordic Walkern wurde ich überholt. Das war hart. (Die haben halt nichts anderes zu tun, als von früh bis spät Nordic Walking. Täglich. Könnte ja dann wirklich jeder.)

Okay, beim nächsten Laufwettbewerb wird alles anders. Dann wird trainiert. Ganz sicher.

Im Ziel hatte wahrscheinlich keiner mehr mit einer weiteren Läuferin gerechnet, aber dafür wurde ich nett und sehr laut durch die Lautsprecher begrüßt: „Da kommt… Sonja aus Deutschland mit einer Zeit von…!“ Oh je, wie peinlich, besser gar nicht erst hinhören, schnell im Getümmel verschwinden – ab zu den isotonischen Getränken und zu den leckeren Haselnusswaffeln.

Das nächste Mal wird alles besser, also schneller. Völlig klar.

Es dauerte nur einige Minuten, dann kamen weitere Nordic Walker ins Ziel. Wie gesagt, die 8 km-Läufer waren längst alle im Ziel. Von weitem sah ich meinen Mann ins Ziel kommen, völlig vertieft im Gespräch mit einem Mitläufer. Na, die nehmen das ja hier sehr ernst, war so mein Gedanke, als der Moderator wieder zum Mikro griff und hineinrief: „Da kommt die Prominenz! Wer da nun kommt, den kennt jeder!“ Also, mein Mann war wohl nicht gemeint. Sein Gesprächspartner, der Alois, wurde aber gleich zum Interview gebeten: der Tourismus-OB-Mann der Region durfte über den Lauf berichten.

Als Alois später zu uns meinte, wir sollen doch mal bei ihm im Hotel auf ein Bier seiner eigenen Brauerei in Seefeld vorbeikommen, war klar: Ja, das machen wir wirklich sehr gerne! 🙂

Am nächsten Abend auf dem Heimweg Richtung München musste also noch in Seefeld Bier getestet werden. Wir trafen also die Prominenz – den Alois (in edler Tracht kaum wieder zu erkennen) – wieder und testeten sein Bier.

Liebe Andrea, bei all Deinen bisherigen Produktempfehlungen, hier muss man schon mal sagen:

Ohne wenn und aber – das Klosterbräu-Bier vom Alois: ein 1 a-Produkt, uneingeschränkt empfehlenswert. Besser hätte unser Lauf/Bergwochenende nicht enden können. Prost!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.