Lächeln statt Leiden: perfekter Saisonabschluss im Siebengebirge

Am Tag vor dem Lauf – Dauerregen. Es stört mich nicht, bei Regen zu laufen. Wenn ich die richtige Kleidung trage und nicht friere, mag ich es sogar, es ist irgendwie befreiend. Der Regen am Tag vor dem Siebengebirgsmarathon in Aegidienberg bei Bad Honnef war aber wirklich nicht mehr schön. Es hat geschüttet und es war kalt.

Aber dann – passt alles. Es regnet nicht, mitunter kommt sogar die Sonne raus. Der Lauf ist absolut schön, nicht zu groß, sehr liebevoll organisiert, eine schöne Strecke, immer rauf und runter im Siebengebirge. Schon am Start habe ich viele gute Bekannte getroffen, gleich vier Lauffreunde aus dem diesjährigen Trailrunning-Camp auf Mallorca waren da.

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Am Start eine gelassene Atmosphäre, munteres Gequatsche, und dann geht es los. Einige wenige Kilometer auf Asphalt, dann geht es in den Wald und erst kurz vor dem Ziel wieder heraus. Breite Wanderwege im Wald sind zu laufen, flache Abschnitte gibt es kaum, aber nie ist es so steil, dass ich gehen müsste. Der Lauf macht einfach Spaß, alle sind irgendwie entspannt, immer wieder unterhalte ich mich unterwegs mit anderen Läufern, niemand hetzt hier durch. Eine Marathon-Bestzeit gibt es in diesem Gelände ohnehin nicht, vermutlich nimmt das allen den Druck, Tempo zu machen. Immerhin 800 Höhenmeter zeigt meine Uhr am Ende an.

Der Weg ist matschig, aber sehr leicht zu laufen, manchmal ist am Rand ein winziges bisschen Schnee zu sehen, als zwischendurch entgegen jeder Erwartung sogar die Sonne scheint und, tief stehend, durch die Bäume glänzt, wird die Kulisse fast schon kitschig. An einer der letzten Verpflegungsstellen haben die netten Helfer einen geschmückten Weihnachtsbaum aufgestellt. Sie wollten uns daran erinnern, dass der dritte Advent ist, wird mir erklärt.

Die Zeit geht schnell vorbei, ich quäle mich nicht besonders, laufe die meiste Zeit eher lächelnd als leidend. Nach 4 Stunden und knapp 13 Minuten komme ich an. Der Zieleinlauf ist im Bürgerhaus, es gibt Brühe, Laugenbrötchen, Obst, Salzstangen und einiges mehr und wir stehen in angenehmer Wärme und warten auf die nächsten Finisher.

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Ich warte besonders gespannt, da mein Freund hier seinen insgesamt erst zweiten Marathon läuft – und der ist mit diesen Höhenmetern ja nicht gerade leicht. Die Reise ins Siebengebirge war mein Geburtstagsgeschenk inklusive Marathonstart – für mich und ihn. Heldenhaft, wie ich finde, und nach 4 Stunden und 38 Minuten kommt auch Pascal ins Ziel.

Ein perfekter Lauftag, der dadurch noch sehr nett abgeschlossen wird, dass der freundliche Besitzer des Hotels am Markt in Aegidienberg uns Läufern die Zimmer – samt Dusche – bis nach dem Lauf frei gehalten hat. Ein extrem netter Service, der wahrlich nicht selbstverständlich ist.

Das war mein fünfter Marathon in diesem Jahr (plus zwei Ultraläufe, mehrere Etappen beim Trans Alpine Run und diverse kürzere Wettkämpfe) – ein toller Saisonabschluss, ein wirklich empfehlenswertes Event. Jetzt versuche ich zu regenerieren. Nicht laufen ist viel schwerer als laufen, so viel steht nach einer knappen Woche fest 🙂

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