Emotionen pur und eine neue Perspektive: München Marathon im BMW-Führungsfahrzeug

Wer schon einmal einen Marathon gelaufen ist, weiß, welches Wechselbad der Gefühle man dort erleben kann, wie hart manche Phasen sind, wie stark und erfüllend aber auch das Glück in anderen, manchmal gar den meisten Momenten auf den gut 42 Kilometern sein kann. Und der Zieleinlauf, zumal beim ersten Marathon, ist in dieser Hinsicht kaum noch zu überbieten.

Das habe ich schon mehrfach erlebt und ich liebe das. Heute aber durfte ich den Kampf und die Emotionen aus einer ganz anderen Perspektive erleben. Dank eines Gewinnspiels von BMW auf der Facebook-Seite des München Marathons durften meine Lauffreundin Malin und ich im Führungsfahrzeug, dem elektrischen BMW i3, mitfahren.

Vor dem Start war es sehr seltsam, zwischen all den aufgeregten Läuferinnen und Läufern herumzugehen, ohne Laufkleidung, ohne das Kribbeln und die Nervosität und die Vorfreude, die immer noch jeden meiner Starts begleitet. Leicht wehmütig sind wir ohne Startnummer zum Start gegangen – dafür aber ausgestattet mit einem Presseausweis und der Aussicht, gleich ganz vorn in eines der Autos steigen zu dürfen. Und tatsächlich mal bei einem Marathon ganz vorn dabei zu sein.

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Startschuss – mehrere Autos setzen sich vor dem Feld der Läuferinnen und Läufer in Bewegung, unser netter Fahrer wird sich nach einer Weile hinter die beiden führenden Läufer einreihen.

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Es dauert nicht lang und der spätere Sieger Tobias Schreindl von der LG Passau führt derart souverän, dass wir über weite Strecken des Laufes nur noch ihn sehen, selbst auf langen Straßen können wir durch die Heckscheibe keinen Verfolger erspähen. Es macht irren Spaß, vorn auf der Strecke mitzufahren, die jubelnden Zuschauer zu sehen, eben doch etwas vom Marathon-Feeling mitzubekommen – nur eben ganz anders als sonst und auch sehr besonders.

Wir fahren durch den Englischen Garten, danach folgt ein eher unspektakulärer Teil, den ich sehr verflucht habe, als ich 2011 selbst den München Marathon gelaufen bin. Aber im Auto vorn beim Führenden geht es recht schnell… Dann kommt der wohl schönste Part: Mitten durch die Innenstadt, über den Marienplatz, wo Schreindl begeistert gefeiert wird und sicherlich alle anderen Läuferinnen und Läufer später auch.

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Trotz der deutlichen Führung muss Tobias Schreindl kämpfen, das merkt man aus der kurzen Distanz sehr deutlich. Wir fiebern mit ihm, so lange fahren wir nun schon direkt hinter ihm her, dass wir geradezu nervös werden, als der Vorsprung von mehr als zwei Minuten auf etwa eineinhalb Minuten schrumpft. Wenige Kilometer vor dem Ziel können wir von hinten sogar einen Verfolger sehen. Doch am Ende ungefährdet rennt Schreindl durch das Marathontor in das Olympiastadion, wo noch eine knappe Ehrenrunde bis zum Zieleinlauf zu absolvieren ist. Wir fahren bis kurz vor dem Ziel mit.

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Tobias Schreindl gewinnt in 2:21:47 Stunden und wird damit Deutscher Meister 2014 im Marathon. Wir verfolgen auch die nächsten Zieleinläufe: Dominik Fabianowski (ASV Köln) wird Zweiter in 2:23:16 Stunden, Ybekal Daniel Berye (PSV Grün-Weiß Kassel) wird Dritter (2:24:06 h). Bei den Damen gewinnt Steffi Volke von der LG Telis Finanz Regensburg in 2:44:37 Stunden und ist damit Deutsche Meisterin im Marathon. Ihre Vereinskollegin Monika Heiß wird Zweite in 2:48:12, als Dritte kommt Sandra Klein (SG Wenden) ins Ziel (2:49:08).

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Wir stehen in „unserem“ Führungsfahrzeug bis nach der dritten Dame kurz vor der Ziellinie am Rand, dann fahren wir durch das Ziel und rollen zum Podest, wo später die Siegerehrung stattfinden wird. Nun können wir all den Heldinnen und Helden, die in den nächsten Stunden in Ziel kommen, zuschauen und zujubeln, und dies sogar direkt an der Ziellinie. Großartig! Es ist einfach wunderbar und bewegend zu sehen, wie die Leute ins Ziel kommen. Emotionen pur, und da ist es egal, ob jemand die grandiose 2:30 oder 3 Stunden knackt oder nach 4 oder 5 Stunden ins Ziel kommt. Es erreichen leidende Gesichter das Olympiastadion, ja, das natürlich auch. Aber vor allem sehen wir Gesichter, die dermaßen vor Glück strahlen, dass ich permanent eine Gänsehaut habe.

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Manch einer weint bei seinem Zieleinlauf. Mir kommen ständig die Tränen, schaue ich neben mich, sehe ich, dass es Malin genauso geht. Diese glücklichen und stolzen und abgekämpften Gesichter sind die Antwort auf die immer mal wieder an mich gerichtete Frage, warum ich das denn mache, warum ich denn so viel und so weit laufe. Den nächsten, der mich das fragt, stelle ich ins Ziel eines Laufes wie dem München Marathon. Laufen ist der wunderbarste Sport der Welt, das ging mir heute häufig durch den Kopf. Wie dankbar ich bin, dass ich laufe, dass ich das für mich entdeckt habe.

Und wie schön, dass ich heute in so vielen fremden Gesichtern sehen durfte, wie glücklich Laufen macht – Endorphine pur! Ich danke BMW ganz herzlich für die tolle Fahrt im Führungsfahrzeug und die Gelegenheit, so viel pures Läuferglück zu sehen.

Und ich gratuliere allen Finishern des München Marathons (und der Halbmarathons und des 10-Kilometer-Laufs) zur ihrer grandiosen Leistung!

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