Pflegt eure Faszien!

Schon lange gehört die Faszienrolle zum Must Have der meisten Läufer. Zu Recht. Da ich ein großer Anhänger davon bin, stelle ich euch eine nützliche Neuerscheinung vor und fasse ein paar allgemeine Informationen über den Sinn von Faszientraining zusammen.

Faszien sind in aller Munde, doch was genau sind diese Wunderfasern eigentlich? In aller Kürze: Faszien sind Bindegewebsstrukturen, die den Körper wie ein Netz durchziehen. Die Muskeln sind von Faszien umhüllt wie das Fruchtfleisch einer Zitrusfrucht von den weißen Innenhäutchen. Faszien umhüllen und polstern Organe und verbinden Knochen, Gelenke und Muskeln. Sie sind an der Erzeugung von Kraft im Muskel beteiligt.

Lange Muskel-Faszien-Ketten führen durch den gesamten Körper und geben dem Körper Stabilität. Wenn es uns gelingt, die Faszien geschmeidig zu halten, können wir damit sehr vielen Beschwerden vorbeugen und das Verletzungsrisiko verringern. Gesundes Fasziengewebe ist stabil und zugleich elastisch. Bewegung hält die Faszien jung und lebendig, Yoga ist feinstes Faszientraining . Bewegungsmangel hingegen kann dazu führen, dass die Faszien verkleben, die muskuläre Kraftübertragung blockiert, diese Starre kann zu Schmerzen und Blockaden führen.

Besonders effektiv und beliebt ist das Training mit der Faszienrolle, dem Christoph Clephas und André Plegge, beide ehemalige Leistungssportler im Schwimmen und inzwischen Trainer, eine überaus nützliche Neuerscheinung gewidmet haben. Anstelle eines herkömmlichen Buches sind hier laminierte Einzelkarten in einem Schuber versammelt, auf denen Hintergründe über die Faszien und das Training mit der Rolle für Ausdauersportler ebenso zu finden sind wie zahlreiche Übungen. Bei Bedarf nimmt man einfach die gerade relevanten Karten heraus. Praktisch.

André Plegge/Christoph Clephas:
Faszientraining für Ausdauersportler
spomedis 2017

Mit der Faszienrolle kann man den gesamten Körper regelrecht „ausrollen“, durch den Druck der Rolle entsteht ein Massageeffekt, die einzelnen Faszienschichten werden gegeneinander bewegt und Verspannungen und Verklebungen können gelöst werden. Eine ausführliche Einheit auf der Faszienrolle bietet sich vor allem an Ruhetagen an, nach dem Lauftraining sollte zur Einleitung der Regeneration eher kürzer und weniger intensiv gerollt werden, um Muskeln und Faszien nicht zu sehr zu strapazieren.

Von unten nach oben, begonnen mit der Fußsohle und endend mit dem Nacken, gibt es für jede „zu rollende“ Stelle des Körpers eine Karte, auf der genau erklärt wird, wie und warum hier mit der Faszienrolle gearbeitet werden soll. Abschließend geben die letzten Karten noch Tipps, wie die Faszienrolle gewinnbringend in das Stabi-Training eingebaut werden kann, indem sie bekannte Übungen dadurch erschwert, dass der Untergrund instabil wird.

Meine ganz persönliche Erfahrung ist es jedenfalls, dass mir die Faszienrolle zwar schon recht schmerzhafte Momente beschert, damit aber ganze Wettkämpfe gerettet hat. Je regelmäßiger ich rolle, desto weniger schmerzhaft, desto angenehmer jedoch die Wirkung. Ich nehme die Rolle, aber auch einen kleineren Ball sowie die AchillX mit einer speziellen Kerbe für die Achillessehne.

Die drei Produkte habe ich von Relaxroll zur Verfügung gestellt bekommen. Die AchillX hatte ich sogar beim Wüstenrennen in Namibia dabei, um abends die Regeneration meiner Beine zu unterstützen. Außen am Rucksack befestigt, war das gar kein Problem.

Ich kann nur sagen: Geht hin und rollt!!!

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