Sind wir nicht alle ein bisschen verrückt?

 

Ich bin ein Wettkampf-Freak. Wettkämpfe üben diesen ganz speziellen Reiz aus, selbst wenn ich in den allermeisten Fällen überhaupt nicht vorn mitlaufe. Ein paar Altersklassenplatzierungen waren schon drin in den letzten beiden Jahren, ein Rennen habe ich sogar gewonnen, aber das war ein sehr kleiner Wettkampf. Auf so etwas bin ich dann stolz, ebenso auf neue persönliche Bestzeiten.

Aber auch ohne Erfolge und gute Zeiten – und mal ganz davon abgesehen, dass jedes Finish ein großer Erfolg ist: Ich mag einfach furchtbar gern die Vorfreude und das leichte Kribbeln vor einem Rennen. Ich mag die Abwechslung, die durch ganz neue und fremde Strecken in mein Läuferinnenleben kommt. Und wie praktisch: Die Strecke ist markiert, ich bekomme Verpflegung. Und häufig auch noch Startgeschenke, die ganz wunderbare Andenken sind (ok, Finishershirts brauche ich nicht mehr…).

Immer mehr zieht es mich dabei an den Start von langen und aufregenden Trail-Läufen. Was kann es Herrlicheres geben als durch traumhafte Berglandschaften zu laufen. Mal abwarten, ob ich das auch noch denke, wenn bald mein bisher längster Lauf auf dem Programm steht, der Zugspitz Supertrail XL mit fast 80 Kilometern und 4000 Höhenmetern. Und später in der Saison das absolute Highlight: der Trans Alpine Run…

Im Unterschied zu vielen anderen leidenschaftlichen Trailläufern: Auch Straßenläufe in schönen Städten und durch abwechslungsreiche Landschaften machen mir immer noch Spaß, der Marathon Deutsche Weinstraße und der Wien Marathon waren tolle Veranstaltungen, und ich bin sicher, der Krakau-Marathon in knapp zwei Wochen wird das auch. Berlin bin ich auch schon ein paar Mal gelaufen, die Stimmung ist wirklich einzigartig.

Ich mag die Planung am Anfang der Saison, auch wenn es mir zugleich etwas Sorge macht, wenn der Kalender dann immer voller wird. Immer wieder denke ich mir, dass ich viel häufiger Trainingsläufe und Regeneration an ruhigen Wochenenden einbauen sollte, statt schon wieder irgendwo hinzureisen und an einer Startlinie zu stehen. Aber mal ehrlich, macht immer vernünftig sein denn Spaß??? Hinzu kommt: Manchmal habe ich, ganz vernünftig eben, freie Wochenenden eingeplant. Dann gewinne ich plötzlich einen Startplatz, was soll ich denn da machen?

Geht Euch das auch so? Seid Ihr auch so verrückt nach abwechslungsreichen Wettkampf-Wochenenden, an denen man auch noch viele Freunde und Bekannte trifft? Wie viel ist noch gut, wo ist die Grenze? Ist es in Ordnung, so lange der Körper mitmacht, zumal wenn Athletiktraining und Yoga regelmäßig mit auf dem Programm stehen? Und wenn ohnehin nicht alle Wettkämpfe am Limit gelaufen werden? Und am Ende die Frage: Sind wir nicht ohnehin alle ein bisschen verrückt? Und ist das nicht auch gut so?

 

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