Schneeschuhlauf-WM in Rättvik

„Ich fahre zur Schneeschuhlauf-WM nach Schweden“ – wann und wem auch immer ich diesen Satz in den letzten Wochen gesagt habe, die Reaktionen waren immer sehr ähnlich. Ungläubiges Kopfschütteln, und das aus zwei Gründen: „Laufen mit Schneeschuhen? Du zur WM?“

Ja, genau, Laufen mit Schneeschuhen, es geht, es macht riesigen Spaß, ist ein phantastisches Training und es ist sehr, sehr anstrengend. Weil der Sport in Deutschland noch nicht so etabliert ist, konnte ich mich für das deutsche Team bewerben und durfte mit nach Rättvik, wo die WM im Rahmen des Siljan Snoeshow Race durchgeführt wurde.

Zwei deutsche Teams waren bei der 4 x 400- Staffel am Eröffnungstag am vergangenen Freitag am Start, wir belegten nach einem unglaublich anstrengenden Sprintrennen im Schnee Platz vier und Platz sechs. Am Samstag dann das WM-Rennen über neun Kilometer, bei dem wir die ersten drei Kilometer erstmal eine Skipiste hoch mussten. Als ich oben ankam und dachte, prima, jetzt kann ich endlich rennen, musste ich feststellen: Einfach rennen ist nicht nach dem Anstieg durch den Schnee. Es war hart, sehr hart, und das, obwohl es doch nur über neun Kilometer ging.

Aber es war auch wunderschön: Durch eine tief verschneite Winterlandschaft liefen wir meist über schmale Trails, bevor es am Ende eine Straße hinunterging in die kleine Fußgängerzone von Rättvik, wo sich Start und Ziel befanden. Mein Wunsch war es gewesen, bloß nicht Letzte zu werden bei dieser WM. Am Ende war ich zehnte von sechzehn Starterinnen in der Master Women-Kategorie und war sehr, sehr happy damit. Nur eine Minute hat mir gefehlt und ich wäre achte gewesen, das wusste ich während des Laufes nicht, wer weiß, vielleicht wäre trotz schmerzender Beine und pfeifender Lungen noch etwas gegangen.

Das schwedische Team hatte uns in den Wochen vor der Weltmeisterschaft mit Bildern aus dem Trainingslager in Lappland eingeschüchtert, auch andere Nationen wie Italien und Frankreich haben bereits eine andere Tradition im Schneeschuhlaufen, stellten auch mit Isabella Morlini und Stéphane Ricard die Weltmeister. Doch waren die Platzierungen von Team Germany gar nicht schlecht, Ingelena Heuck belegte bei den Damen einen hervorragenden zehnten Platz, direkt gefolgt von Judith Trunschke auf Rang elf. Christina Pahn wurde 18. Bei den Männern erreichten Chris Häuser mit Rang 25 und Kay Fischer auf Rang 29 gute Platzierungen. Bei den Master Men beendeten Jonny Brunner und Marcus Fink das Weltmeisterschaftsrennen auf den Rängen 23 bzw. 27. In einem parallel durchgeführten Jedermannsrennen kam Malin Reinke nach vier Kilometern als hervorragende dritte Frau ins Ziel. Sie und Mario Bauer waren ansonsten die tollsten Betreuer, die Team Germany sich hätte wünschen können.

Was viel mehr zählt als die Ergebnisse: Wir waren ein grandioses Team, haben alles gegeben, hatten aber auch eine unendlich gute Zeit zusammen. Und – hey, wir waren bei der Weltmeisterschaft!!! Und im nächsten Jahr machen wir vorher auch ein Trainingslager in Lappland klar – und dann kann die Schneeschuh-Welt sich aber in acht nehmen!

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Weitere Informationen, Bilder und Ergebnisse:

http://www.snowshoewc.com/

http://www.trail-snow-running.de/

http://www.snowshoerunning.org/

 

Team Germany startete bei der Weltmeisterschaft mit freundlicher Unterstützung von Atlas Snowshoe Company, ERDINGER alkoholfrei und Sportshop Illertissen.

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