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Reschenseelauf: Glückliche Läufer und eine Hochzeit

Zwar spielte das Wetter in diesem Jahr nur sehr eingeschränkt mit, trotzdem habe ich den 15,3 Kilometer langen Reschenseelauf auch in diesem Jahr sehr genossen.

Über 2000 Läuferinnen und Läufer waren am Start, für zwei war dieser Lauf etwas ganz Besonderes. Ein Brautpaar lief mit Anzug und Hochzeitskleid, aber Laufschuhen und Startnummer los, nach dem Start jedoch direkt ins Standesamt von Graun, nach vollzogener Trauung ging es für das frisch vermählte Paar wieder auf die Strecke und gemeinsam überquerten sie nach der Runde um den See die Ziellinie.

Ich stand mit meinem Mann an der Startlinie, aber wir hatten ja bereits im Vorjahr geheiratet und das auch ganz ohne Lauf.

Start und Ziel sind am bekannten Kirchturm in Graun, der an das 1950 geflutete Dort Alt-Graun erinnert. Die Bewohner des Dorfes mussten ihre Häuser kurz vor der Stauung des Reschensees verlassen bzw. wurden gewaltsam evakuiert. Die dramatische Geschichte Grauns und seiner Bewohner hat Marco Balzano in seinem wunderbaren Roman „Ich bleibe hier“* eindrucksvoll erzählt, eine unbedingte Leseempfehlung!

Doch zurück zum Lauf. In Graun ist anlässlich des Laufes eines kleine Expo, außerdem ein Bauernmarkt, so dass es auch für die Zuschauer – in meinem Fall sind meine Eltern dabei – nicht langweilig wird. Nachdem wir beim Reschenseelauf im Vorjahr einzeln gestartet waren, gibt es dieses Jahr zwar mehrere Startblöcke, die sind aber sämtlich recht voll. Mit Maske laufen wir los, dürfen sie aber nach dem Start abnehmen und los geht es. Wie so oft, etwas zu schnell, aber dafür läuft es bei mir das gesamte Rennen über erstaunlich gut. Wenn der Himmel nicht so wolkenverhangen wäre, hätten wir einen wunderschönen Blick zum Ortler, daran erinnere ich mich aus dem Vorjahr. Doch auch ohne weite Sicht ist die Runde um den See einfach schön.

Kleinere Steigungen beim Reschenseelauf

Auf der zweiten Seeseite gibt es einige Steigungen, zwar nicht besonders steil und lang, trotzdem tun sie weh. Nun beginnt auch der Regen, aber das ist jetzt auch egal. Schon über die Hälfte um, immer mal wieder feuern uns Zuschauer und Wanderer an, die Atmosphäre ist freundlich und unaufgeregt. Ich mag das.

Am Schluss beiße ich nochmal etwas, da ich sehe, dass ich knapp unter 1:20 ins Ziel kommen kann, das möchte ich nun auch schaffe. Klappt. Meine Eltern sind ganz überrascht, als sie mich schon in die Zielgerade einbiegen sehen.

Wenig später kommt auch Pascal. Und das Brautpaar kommt auch, nun verheiratet.

Nachdem wir als Startergeschenk schon einen feinen Wanderrucksack bekommen haben, erhalten wir im Ziel einen großen Beutel voller Leckereien, damit ist nicht nur unsere After-Race-Verpflegung gesichert, sondern auch auf der Heimreise am nächsten Tag essen wir noch Kekse, Riegel und Äpfel aus diesem Beutel.

Der Reschenseelauf ist liebevoll organisiert, ein ganz feiner Lauf in wunderbarer Landschaft. Für Läuferinnen und Läufer, die einen eher kurzen Lauf in schöner Kulisse suchen, eine unbedingte Empfehlung. Wer noch etwas Zeit dranhängen kann, wird außerdem wunderbare Wander- und Trailrunningtouren rund um den See finden.

Ich bedanke mich beim Veranstalter für meinen Startplatz.

Fotos: privat, Josef Rüther, Newspower.it

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Dr. Andrea Löw, Historikerin und leidenschaftliche Läuferin. Hier nehme ich euch auf meine Laufabenteuer und Reisen mit.

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