Unbedingt lesen: Antjes Weg zur Wüstenläuferin

Ärzte fanden, sie solle es mit Aquajogging versuchen. Antje lief stattdessen 250 Kilometer durch die Wüste. Diese starke Frau hat nun mit Unterstützung von Rafael Fuchsgruber, ein Buch über ihren Weg zur Ultraläuferin geschrieben.

Antje Wensel/Rafael Fuchsgruber:
Du kannst, wenn du willst.
Mein schwerer Weg zur Ultraläuferin.
160 Seiten, 22,90 Euro.
Bielefeld: Delius Klasing Verlag.

Um es gleich zu sagen: Ich kenne Antje und ich schätze sie sehr. Ich war dabei, als sie 250 Kilometer durch die Namib gelaufen ist (es war für uns beide und einige andere des von Rafael Fuchsgruber ins Leben gerufenen Little Desert Runners Club die Wüstenlauf-Premiere) und sie ist meine Heldin dieses Rennens. Dieser Buchtipp ist also alles andere als objektiv. Macht aber nichts, ich weiß also, wovon ich rede, wenn ich euch Antjes Geschichte ans Herz lege 😉

Antje bekam mitten in unser aller Vorbereitung auf das Sahara Race in Namibia hinein die Diagnose Lipödem. Das ist eine Fettstoffwechselkrankheit, die zur massiven Bildung von Unterhautfettgewebe und damit verbundenen Schmerzen führt. Das Ganze ist chronisch. Daher kam es, dass Antje trotz Ultralauf-Training so gar nicht die typische schlanke Ultraläuferinnen-Figur hatte. Die Krankheit bedingt, dass sich Fettzellen vor allem an den Oberschenkeln und Oberarmen vermehrten. Aquajogging und Kompressionsstrümpfe statt Ultralauf war der ärztliche Ratschlag. Außerdem ständig Lymphdrainage, denn diese konservative Therapie bezahlt die Krankenkasse lebenslang, eine OP, die die Krankheit wirklich eindämmen würde, da das krankhafte Lipfett abgesaugt würde, hingegen nicht.

Antje ist aber eine starke Frau. Eine wirklich starke Frau. Rafael Fuchsgruber hatte sie (wie mich) dazu inspiriert, sich für das Sahara Race in Namibia anzumelden; er empfielt ihr seinen Ortophäden, um abzuklären, ob sie sich schaden kann, wenn sie ihren Plan durchzieht. Der Arzt gibt das Go und Antje trainiert weiter. In unserer Little Desert Runners Club-Facebook-Gruppe sind wir in dieser Zeit in Kontakt und Antjes unglaublicher Wille und ihre Entschlossenheit beeindrucken mich. Neben einem normalen Beruf trainiert sie häufig um die 20 Stunden in der Woche, bis zu 120 Kilometer. Meist walkt sie zügig statt zu laufen, um genau darauf für die Wüste vorbereitet zu sein.

In ihrem ersten Buch erzählt Antje allgemein aus ihrem Leben, der Kindheit in der DDR, von ihrer Arbeit als Model in Jahren, in denen sie schon längst mit damals noch unerklärlichem Übergewicht zu kämpfen hat, von ihren langsamen Anfängen als Läuferin und von ihrem schweren Weg in die Namib. Das letzte Kapitel ist der bewegende Bericht aus Namibia. Antje finisht nicht nur, sie begeistert alle (das schreibt sie nicht, aber ich darf das schreiben) und sie beendet das Rennen unter den Top Ten!

Kürzlich durfte ich beim Captain´s Dinner des B2Run in München über meinen Weg „Vom Firmen- zum Wüstenauf“ erzählen. Nach dem Vortrag sprach mich eine Dame an und erzählte mir, sie habe unser Abenteuer in Namibia begeistert verfolgt, vor allem die Geschichte von Antje. Sie leide selbst am Lipidöm, Antje habe sie inspiriert, wieder zu laufen. Ihr nächstes Ziel sei ein Halbmarathon.

Ja, Antjes Geschichte ist inspirierend und ich wünsche ihr viele, viele Leser und Leserinnen. Übrigens hat Antje nach ihrer Rückkehr aus Namibia die notwendigen Operationen durchführen lassen. Und nächste Woche …. darf ich mit ihr in der Mongolei beim Gobi March am Start sein.

Antje sagt bzw. schreibt:  „Jammern ändert gar nichts. Machen alles!“ (S. 15) Noch Fragen?

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