Ganz feines Event: die Walser Trail Challenge

Technisch, steil, anspruchsvoll – und einfach nur wunderschön, das sind die Trails bei der Walser Trail Challenge im Kleinwalsertal.

Für mich stand die Walser Trail Challenge Classic auf dem Programm, bei der am Samstag der Widderstein Trail mit 15 Kilometern und knapp 1000 Höhenmetern, am Sonntag dann der Walser Trail mit 29 Kilometern und 1900 Höhenmetern absolviert werden. Die Teilnehmer der Challenge Pro liefen am Sonntag den Walser Ultra Trail mit 65 Kilometern und 4200 Höhenmetern. Bei der dritten Auflage des Events konnten sich die Veranstalter vom Triathlon Team Kleinwalsertal dabei über einen neuen Teilnehmerrekord mit rund 900 Startern aus 14 Nationen freuen.

Es hat sich herumgesprochen, wie fein diese Veranstaltung ist, und so fühlt es sich im Startbereich des Widderstein Trails am Samstag ein bisschen an wie bei einem großen Familientreffen. Sehr schön!

(Foto: Verena Laufs)

Die Stimmung ist super, zumal nach einer richtig schlechten Woche die Wolkendecke pünktlich zum Start aufgezogen ist und die Sonne vom blauen Himmel scheint. In den nächsten zwei Tagen ist es dann eher die Hitze, die den Läuferinnen und Läufern zu schaffen macht.

Von Baad aus geht es einmal um den Widderstein, die ersten Kilometer auf breiten Wegen, dann auf feinsten Trails. Es strengt an, zumal bei den Temperaturen, doch drei Verpflegungsstellen bedeuten eine sehr gute Versorgung und immer wieder die Entschuldigung, kurz anzuhalten. Ich freue mich über die Cola dort, macht doch mein Magen Probleme und ich konnte vor dem Lauf nichts essen. Die traumhafte Landschaft und nette Tier-Begegnungen „zwingen“ mich zu weiteren Stopps. Hier im Kleinwalsertal sind sogar die Esel freundlich…

(Foto: Sportograf)

Ein zunächst schlammiger und rutschiger langer Downhill hinunter ins Bärgunttal spuckt uns direkt in Baad aus, wo wir Läuferinnen neben einer Medaille und guter Zielverpflegung alle eine Sonnenblume überreicht bekommen. Eine sehr schöne Geste, wie ich finde.

Während es für die Ultraläufer am nächsten Morgen um 6 Uhr in Riezlern los geht, ist der Start des Walser Trails wieder in Baad, um 11 Uhr geht es für uns los. Während wir nach der Ausrüstungskontrolle im Startbereich warten, sprinten schon die ersten Ultraläufer vorbei, 36 Kilometer haben sie bereits in den Beinen. Für viele andere ist hier, wie ich später erfahre, Schluss. Die anspruchsvolle Strecke und die große Hitze fordern ihren Tribut.

Und auch unsere kürzere Strecke hat es in sich. 29 Kilometer, knapp 2000 Höhenmeter. Das klingt gar nicht so viel, ich bin ja nun durchaus schon längere Distanzen gelaufen – aber das hier ist ein Brett. Teilweise sehr technisch, die Anstiege recht steil – aber, wie eingangs gesagt, eben auch wunderschön. Wir laufen durch eine traumhafte Bergkulisse. Die ersten Kilometer laufen wir in entgegengesetzter Richtung den Downhill vom Vortrag. Dann trennt sich der Trail von dem, was wir schon kennen und wir laufen Richtung Mindelheimer Hütte, wo sich auf 2013 Metern die zweite VP befindet.

Nur fünf Kilometer liegen zwischen dieser und der dritten VP bei der Fiderepasshütte, aber auch die haben es, vor allem durch den Anstieg zur Fiderescharte, in sich. Zwischendurch überholen mich einige der Ultraläufer, ich bin voller Bewunderung für ihre Leistung.

Nach Überschreiten der Fiderescharte folgt eine kurze als gefährlich gekennzeichnete Passage, dann endlich der lang ersehnte Downhill. Kurze Unterbrechung an der unter der Oberstdorfer Hammerspitze traumhaft gelegenen Fiderepasshütte mit der Verpflegungsstation, dann geht´s weiter bergab.

Nach der Inneren Kuhgehren Alpe folgt der letzte Anstieg. Die Beine wollen nicht mehr richtig, aber das ist jetzt ok, in der Gewissheit, dass es gleich geschafft ist. Ich bin ohnehin mehr als erleichtert, dass ich diesen Tag hier mit (immer noch) Magenproblemen so gut überstehe. Also weiter! Der Himmel zieht inzwischen zu, das für den Nachmittag angekündigte Gewitter kommt immer näher. Ich bin froh, dass ich weiterlaufen kann und schon so nah am Ziel bin, mache mir etwas Sorgen um die Läufer hinter mir. Der letzte Downhill beginnt auf einer sehr rutschigen Wiese, bevor es auf einen breiten Weg geht, der mich am Ende in Riezlern ausspuckt. Kurz, bevor ich das Ziel erreiche,  beginnt es zu schütten. Aber so richtig. Nass und sehr happy erreiche ich das Ziel. Neben der Medaille gibt es diesmal eine Rose. Ich bin zufrieden, dass ich die beiden Tage, obwohl leicht angeschlagen, so gut überstanden habe.

Leider erfahre ich wenig später, dass für einige der Ultraläufer an der Mindelheimer Hütte Schluss ist. 35 Teilnehmer suchten in der Hütte zunächst Schutz vor dem Gewitter und wurden dann gemeinsam ins Tal gebracht. Schade für die betroffenen Läufer, aber eine völlig nachvollziehbare und richtige Entscheidung der Organisatoren. In den Bergen geht die Sicherheit immer vor.

Meine erste Teilnahme an der Walser Trail Challenge war sicherlich nicht meine letzte. Zu wunderbar die Gegend, zu fein die Trails, zu atemberaubend die Ausblicke, zu viele liebe Freunde dabei, zu gut und liebevoll die Organisation. Das schreit nach Wiederholung. Es war mir ein Fest!

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