Von einer großen Leidenschaft: Passion Laufen

Rafael Fuchsgruber/Ralf Kerkeling:
Passion Laufen. Von Marathon bis Ultra
Delius Klasing Verlag: Bielefeld 2017.

Noch ein Weihnachtsgeschenk für Läufer gesucht? Heißer Tipp: „Passion Laufen“ von Extremläufer Rafael Fuchsgruber zusammen mit Ralf Kerkeling, Chefredakteur  des Magazins „aktiv laufen“.

Für mich hat dieses Buch eine sehr persönliche Bedeutung: Als 2015 „Running Wild“ erschien, habe ich dieses Buch verschlungen, hier im Blog auch sehr positiv rezensiert und damals für mich beschlossen: Einen Etappenlauf in der Wüste, wie Rafael schon so viele gemacht hat, will ich irgendwann auch einmal machen. Ich hatte einen neuen Traum.

Nun erscheint zwei Jahre später Rafaels neues Buch und ich komme auch darin vor – zusammen mit einem guten Dutzend weiterer „Rookies“, die gemeinsam mit Rafael im Mai das Sahara Race in Namibia gelaufen sind. Manchmal kommt „irgendwann“ schneller, als man denkt.

Diese Leseempfehlung ist also sehr persönlich.  Aber ich finde, im eigenen Blog darf ich das 😉

„Passion Laufen“ ist keine Fortsetzung von „Running Wild“. Die Autoren haben andere Laufverrückte und verschiedene Experten versammelt und interviewt oder gebeten, etwas zu schreiben. Und alle haben zugesagt. Und so kommen in dem reich illustrierten Buch Läuferinnen und  Läufer wie Kilian Jornet, Anne-Marie Flammersfeld, und Jan Fitschen zu Wort, aber auch etwa der Ernährungsexperte Wolfgang Feil. Es gibt Berichte über einzigartige Rennen von besonderen Läufern. Im Buch gibt es aber auch Tipps zu Training, Verletzungsprophylaxe und Mentalstrategien.

Bei einem Buch dieses Zuschnitts ist nicht für jeden Leser immer alles neu, aber das ist normal, und sehr vieles in „Passion Laufen“  beeindruckt mich dann doch. Am meisten das Kapitel über den großen Marco Olmo, der mit fast 59 Jahren 2007 beim Ultra-Trail du Montblanc Weltmeister im Ultratrail geworden ist. Nicht in seiner Altersklasse. Gesamtsieger.  Der auf die Frage nach seiner Art des Trainings sagt, dass er halt jeden Tag läuft. Jeden Tag. Auch am Tag nach einem 250-Kilometer-Etappenrennen. Er zieht dann seine Schuhe an und läuft.

Und hier wird mein Buchtipp wieder persönlich: Kürzlich hatte ich das Glück, nicht nur mit Rafael Fuchsgruber unterwegs zu sein, sondern beim Ultra Africa Race in Mosambik in einem Rennen mit Marco Olmo zu starten. Er hat mit seinen 69 Jahren souverän gewonnen. Und am Morgen nach dem Rennen, in dem wir 220 Kilometer durch Mosambik gelaufen sind, wurde ich Zeuge: Als ich früh morgens aufgestanden bin, um von der Lodge Richtung Meer zu schauen, kam Marco Olmo gerade von seinem Lauf zurück. Noch ein zweiter Verrückter war an diesem Morgen gelaufen und das war Rafael Fuchsgruber. So war das.

(Marco Olmo beim Ultra Africa Race / Foto: Dino Bonelli)

Das Buch beendet Rafaels Kapitel: „Sahara Race – Wir waren Deserteure“, ein Bericht über uns Rookies im Little Desert Runners Club, den Rafael anlässlich seines zehnjährigen Wüstenlauf-Jubiläums gegründet hat. 15 Läuferinnen und Läufer, die sich, immer wieder betreut und beraten von Rafael, gemeinsam den großen Traum von Lauf in der Wüste erfüllt haben: 250 km in 6 Etappen, alles, was wir eine Woche lang zum Leben brauchten, trugen wir auf dem Rücken, nur ein Zelt und Wasser stellte der Veranstalter. Intensiveres Erleben als dort, in der Namib, ist kaum vorstellbar.  Beim Lesen des Berichts kommen mir wieder die Tränen. So wie ständig während des Rennens und vor allem im Ziel. Das war groß, ganz groß. Und es ist ein ganz feines Schlusskapitel.

 

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